Bezug: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-aktionsbuendnis-will-sich-von-parkschuetzern-distanzieren.1a358dd6-0891-4191-9578-94f948aa6624.html

Wolfgang Dietrich, 13:27 Uhr, 15.01.2013
Lehrbuch: So spaltet man eine Bewegung

Die derzeitige Lähmung und Aufpaltung/Zerstörung der Bewegung folgt ziemlich genau dem "Lehrbuch" (nach welchem dubiose "PR"-Agenturen wie zb Burson-Marsteller, die auch die Politik hier in Stuttgart für ihren Auftraggeber DB AG beeinflusst haben, vorgehen) 

1. Erzeuge Spaltungen durch von aussen herangetragene, (scheinbar) moralisch-existenzielle Fragen, die aber nichts mit den Zielen/Inhalten der Bwegung zu tun haben: am wirksamsten: die Gewaltfrage. 

2. Wenn der Keil aus 1. sitzt, verlange öffentlich Distanzierung bestimmter Teile der Bewegung von anderen innerhalb der Bewegung. Gute Handhabe bieten hierbei "Prominente" oder anderweitig engagierte, bekannte Subjekte (Parteien-, Gewerkschafts- usw.- VertreterInnen) 

3. Lenke den Fokus bzw die öffentliche Wahrnehmung weg von den Zielen und Inhalten der Bewegung hin zu formalen (von ausserhalb der Bewegung kommenden) und äusserlichen, oberflächlichen (leicht und einfach wahrnehmbaren) Aspekten: "Wenn die Bewegung nach dem VE noch inhaltliche Dinge an S21 kritisiert, ist sie undemokratisch und ausserhalb des gesellschaftlichen Konsenses" und zb "Im Park ist es total unordentlich und dreckig, da fühlen sich normale Menschen total bedroht. Die Bewegung ist gefährlich für alle normalen Bürger." (...) 

4. Biete ausgewählten VertreterInnen der Bewegung öffentlichkeitswirksam Mitmachen, Teilhabe und "Gestaltungsmöglichkeiten" in einem vorher durch deine Interessen unveränderbar festgelegten, formalen Rahmen an: Durch dieses "Mitmachen" treten die ursprünglichen Ziele der Bewegung in den Hintergrund und Teile der Bewegung geraten in eine Art "Konsenspflicht" genegüber den Projektbetreibern und vor allem der (medialen) Öffentlichkeit. Die Spaltung der Bewegung wird so noch vertieft (->"Die Mitmachfalle").
Ein grandioses Beispiel hierfür war die sogenannte "Schlichtung," auch diverse "Mitmachforen", "Bürgerdialoge" usw. haben gewirkt. (Ein interessantes, wenn auch hier aus dem Rahmen fallendes, besonderes Beispiel ist der schwarze Regierungschef der Partei "Die Günen.") (...) 


Es ist (fast) vollbracht: Statt ihre gemeinsamen Ziele zu verfolgen, diskutieren Fraktionen der Bewegung über von aussen eingebrachte Fragen, die mit den Zielen nichts zu tun haben.